Eine Umkehrosmoseanlage produziert neben gefiltertem Trinkwasser auch ein sogenanntes Konzentrat – Wasser, das gemeinhin als „Abwasser“ im Abfluss landet. Je nach Anlage und Wasserdruck fallen dabei pro Liter Reinwasser mehrere Liter Konzentrat an. Über das Jahr summiert sich das auf eine erhebliche Menge, die viele Haushalte ungenutzt verschwenden.

Abwasser von Osmosefilter weiterverwenden in Sprühflasche

Warum überhaupt Osmose-Abwasser auffangen?

Das Konzentrat einer Osmoseanlage ist kein Schmutzwasser im eigentlichen Sinne. Es handelt sich um normales Leitungswasser, in dem die Membran zurückgehaltenen Stoffe aufkonzentriert hat – also Mineralien, Salze und je nach lokaler Wasserqualität auch Schadstoffe wie Nitrat oder Schwermetalle. Die Konzentration dieser Stoffe ist höher als im ursprünglichen Leitungswasser, typischerweise um das Zwei- bis Vierfache.

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Das bedeutet zweierlei: Das Wasser ist für viele Reinigungs- und Spülzwecke problemlos geeignet, für Anwendungen mit empfindlichen Lebewesen – etwa bestimmte Pflanzen – aber nur eingeschränkt. Wer das Konzentrat sinnvoll nutzt, spart Trinkwasser und senkt die Wasserkosten. Wichtig ist, die jeweilige Anwendung an die tatsächliche Wasserqualität anzupassen.

Wie viel Wasser fällt tatsächlich an?

Moderne tanklose Anlagen arbeiten heute mit deutlich besseren Verhältnissen als ältere Modelle. Während klassische Anlagen mit Tank oft drei bis vier Liter Konzentrat pro Liter Reinwasser erzeugen, erreichen aktuelle Direct-Flow-Geräte Verhältnisse von etwa 1:1 bis 2:1. Wer eine ältere Anlage betreibt und das Abwasser bislang nicht nutzt, kann über das Auffangen also einen spürbaren Beitrag leisten.

Praktisch lässt sich das Konzentrat über einen Schlauch in einen Auffangbehälter oder direkt in einen Kanister leiten. Ein Behälter von 10 bis 20 Litern in Spülennähe reicht für die meisten Haushalte aus, um den Tagesbedarf für die folgenden Anwendungen abzudecken.

Die 5 Möglichkeiten im Überblick

1. Gartenbewässerung – mit Einschränkungen

Die naheliegendste Idee ist die Bewässerung von Pflanzen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Das Konzentrat enthält einen erhöhten Salz- und Mineralgehalt. Salzempfindliche Pflanzen, Topfpflanzen und Sämlinge können auf dauerhaftes Gießen mit Konzentrat mit Wachstumsstörungen reagieren, weil sich Salze im Boden anreichern.

Geeignet ist das Wasser eher für robuste Pflanzen im Freiland, wo Regen die Salze regelmäßig auswäscht, sowie zum gelegentlichen Gießen verdünnt mit Regenwasser. Wer das Konzentrat im Garten nutzen möchte, sollte den Leitwert seines Leitungswassers kennen: Bei ohnehin hartem Wasser steigt die Salzbelastung im Konzentrat entsprechend stärker an. Für die regelmäßige Bewässerung empfindlicher Beete ist Regenwasser die bessere Wahl.

2. Toilettenspülung

Die Toilettenspülung ist die unkomplizierteste und ergiebigste Verwendung. Hier spielt der Mineralgehalt keine Rolle, und der Wasserbedarf ist hoch – ein durchschnittlicher Spülgang verbraucht vier bis neun Liter. Wer das Konzentrat in einem Eimer neben der Toilette bereitstellt und nach Bedarf in das Becken gießt, ersetzt direkt teures Trinkwasser durch ansonsten verworfenes Wasser. In Haushalten mit hohem Osmose-Verbrauch lässt sich so ein nennenswerter Anteil des Spülwassers abdecken.

3. Putzwasser für Böden und Flächen

Zum Wischen von Böden, Reinigen von Fliesen und Abwischen von Oberflächen eignet sich das Konzentrat sehr gut. Der erhöhte Mineralgehalt stört bei der Bodenreinigung nicht. Lediglich auf glänzenden Glas- und Edelstahlflächen kann mineralreiches Wasser beim Trocknen Kalkränder hinterlassen – hier ist gefiltertes oder nachgewischtes Wasser sinnvoller. Für die alltägliche Reinigung von Fußböden und unempfindlichen Oberflächen ist das Konzentrat eine ressourcenschonende Alternative.

4. Eimer für Hausarbeiten

Über die reine Bodenreinigung hinaus gibt es zahlreiche Hausarbeiten, bei denen Wasserqualität zweitrangig ist: das Einweichen von Putzlappen, das Vorspülen stark verschmutzter Gegenstände, das Reinigen von Mülleimern, Gartengeräten oder Schuhen. Ein bereitstehender Eimer mit aufgefangenem Konzentrat senkt die Hemmschwelle, für solche Aufgaben kein frisches Trinkwasser zu verwenden. Auch zum Anrühren von Reinigungsmitteln oder zum Auffüllen von Wischwasser eignet es sich problemlos.

5. Autowäsche – ideal für die Vorwäsche

Beim Waschen des Autos fällt der größte Wasserverbrauch beim ersten Abspülen von grobem Schmutz an. Genau hierfür ist das Osmose-Konzentrat bestens geeignet: Für die Vorwäsche, also das Lösen und Abspülen von Staub, Dreck und Insektenresten, spielt der Mineralgehalt keine Rolle. Lediglich beim abschließenden Klarspülen sollte man bedenken, dass mineralreiches Wasser beim Trocknen Wasserflecken hinterlassen kann – für den letzten Spülgang eignet sich daher weicheres Wasser besser. Die ergiebige Vorwäsche mit Konzentrat spart dennoch eine beträchtliche Menge Trinkwasser.

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Worauf man bei der Lagerung achten sollte

Aufgefangenes Konzentrat sollte nicht über Tage in offenen Behältern stehen, da sich in stehendem Wasser Keime vermehren können. Für Putz- und Spülzwecke ist das in der Regel unproblematisch, dennoch empfiehlt sich ein zeitnaher Verbrauch innerhalb von ein bis zwei Tagen. Ein abgedeckter Behälter reduziert zudem Staub und Insekten. Wer größere Mengen sammeln möchte, sollte auf eine gewisse Zirkulation achten und Behälter regelmäßig ausspülen.

Fazit

Das Abwasser einer Osmoseanlage ist zu wertvoll für den Abfluss. Für Toilettenspülung, Putzarbeiten, Hausarbeiten und die Autovorwäsche lässt es sich nahezu uneingeschränkt nutzen. Bei der Gartenbewässerung lohnt ein genauer Blick auf den Salzgehalt. Wer ohnehin eine neue Anlage plant, sollte auf ein gutes Reinwasser-zu-Abwasser-Verhältnis achten – moderne tanklose Geräte reduzieren die anfallende Konzentratmenge von vornherein deutlich.